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Dienstag, 4. November 2014
Drei Männer im kalten Bergbach
02.11.2014
Es war eine sehr anstrengende Tages-Wanderung. Abends alle verschwitzt und auf der abgelegenen Hütte im Naturschutzgebiet gab es keine Duschen oder ähnliches.
Der nahe gelegene Bach war sehr seicht, sodass ein Eintauchen nicht möglich war. Zudem der Untergrund glitschig und schlammig an den tieferen Stellen. Das Wasser hatte so ca. 5°C bei Lufttemperatur von ca. 8°C. Es war also wirklich kalt. So kalt, dass A. fast die Taschenlampe aus der Hand gezittert ist.
Es gab in der Hütte eine Gießkanne, die sich hervorragend für den Einsatz als "Bachdusche" eignen sollte.
Ich machte den Anfang. Alle Klamotten ausziehen, in den Bach steigen. Ich sagte noch was von: "Los - alles drüber und nicht aufhören - egal wie ich schreie..." Und ich schrie wirklich so laut ich konnte als der Wasserschwall über meinen Kopf und Rücken, Bauch und Beine floss. 10l Wasser können sehr viel sein, wenn sie die "richtige" Temperatur haben. Es schien mir ewig zu dauern bis die Gießkanne leer war. Die Überwindung ES zu tun war ein schönes Gefühl. Der "Wohlfühl - Effekt" setzte sofort nach dem leer - werden der Kanne ein. Kein Kälteempfinden mehr. Das vorher so eisige Gefühl an den Füßen verschwunden. Jetzt duschte O. den A. mit der Gießkanne ab. Auch hier wich das schlottern und bibbern einem Ausruf des Wohlbehagens. Als ich dann auch noch O. abduschte waren wir alle drei stolz ES doch ohne Rückzieher geschafft zu haben. Ja, es war so, dass es jetzt selbstverständlich erschien, gleich noch einen zweiten Durchgang zu machen. Schade, dass wir das Hochprozentige in der Hütte gelassen haben. So eine Aufwärmung von Innen hätte das Wohlbefinden noch erheblich gesteigert....
Also machten wir alle drei noch eine gegenseitige "Kannendusche" und gingen dann langsam und in kurzen Klamotten wieder zur warmen Hütte zurück. Jetzt schmeckte der Schnaps gleich doppelt so gut.
Durch die kalte Dusche sind wir uns gegenseitig warm geworden. Es macht großen Spaß mit Gleichgesinnten eine Extremsportart zu betreiben.
Hoffentlich haben wir bald wieder Gelegenheit dazu.