Sonntag, 16. Februar 2014

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Vereinsgründung im Fluss
Es war wieder Mal eine mehr oder weniger spontane Idee. Schon öfters hatten wir davon gesprochen aber so weit noch nie durchgezogen. Vereinbart hatten wir es am Abend zuvor nach einigen Schlucken..... Treffen wir uns einfach am Sonntag so zwischen halb fünf und fünf am Ufer des großen Flusses und nehmen ein Bad... Einzige Ausnahme: Wenn es regnet machen wir ES nicht.
Und so kam es auch. Ich hatte mein Handtuch vergessen - aber das war mit dann auch egal. Außentemperatur gefühlte 10°C - fast kein Wind. Wassertemperatur zwischen 6 und 7°C (nachher im Internet nachgeschaut).
Es waren auch noch andere Spaziergänger, Angler, Gassigeher etc. in der Nähe. Es gab aber keinerlei Reaktion als wir zwei anfingen die Klamotten abzulegen und dann zügig ins Wasser zu steigen... Der Flussboden war steinig und es gab auch große Steine an denen man sich die Fuße anstoßen könnte wenn man nicht aufpasst. Gespürt hätte ich davon nicht viel, da sich das Nass von Anfang an ziemlich kalt anfühlte. Nachdem ich bis zu den Knien drin war gab es kein Zurück. Es kam so ein Taubheitsgefühl und eine Empfindung von absoluter Kälte. Damit man bis zum Hals drin war mussten ca. 5 m zurückgelegt werden. Die Strömung war kräftig spürbar trotz Niedrigwasser. Jetzt aber schnell wieder raus und abtrocknen.
Sobald wir draußen waren gab es kein Gefühl von Kälte mehr. Stolz sahen wir uns an. Der Verein war gegründet.
Beide fassten wir gleichzeitig den Beschluss jetzt sofort nochmal reinzugehen. Diesmal etwas langsamer, eine Idee länger drin bleiben - es war arschkalt - und doch ein sehr intensives tiefgehendes Gefühl. Der Schweinehund war besiegt. Kleinlaut winselte er noch in meinem Inneren - so als wollte er sagen: "Ja, Du hast es geschafft, aber beim nächsten Mal werde ich wieder kämpfen. Ich werde Dich unzählige Ausreden und falsche Entschuldigungen einfallen lassen warum Du ES jetzt gerade nicht machen willst!" Aber ich weiß, das sind jetzt nur leere Drohungen. Ich werde es immer wieder schaffen Dich zu besiegen, werde in immer kältere Wässer steigen und immer länger dort verbleiben.
Wieder draußen schnell abtrocknen und die nassen Sachen ausziehen - ich hasse nasse Badesachen. Das Abtrocknen war wieder ein "Abtupfen". Das Handtuch fühlte sich an wie ein Nagelbrett, das jeden Moment ganze Fleischstücke aus dem Körper reist. Gleichzeitig dieses Taubheitsgefühl - ungefähr so wie wenn man nach dem Zahnarztbesuch Angst hat sich beim Sprechen auf die Zunge zu beißen.
Jetzt die trockenen Klamotten überstreifen. Noch immer spüre ich nichts von den Hosen an den Beinen wie wenn ich nackt wäre. Erst ganz langsam kommt eine Art Wärmegefühl zurück. Das Blut zirkuliert jetzt wieder auch in den äußeren Hautschichten. Sehr angenehm.
Noch immer stehe ich barfuß auf dem kalten Kies des Flussufers. Die Füße sind kalt, aber keinesfalls so, dass es schmerzhaft wäre. Da es keine richtige Sitzgelegenheit gab gestaltet sich das Anziehen von Socken und Schuhen etwas umständlich....
Langsam gehen wir zurück zum Ausgangspunkt. Wir vereinbaren regelmäßige Vereinstreffen an jedem Sonntag um ca. 17:00 Uhr - gleiche Stelle.
Es wird keine Facebook - Seite oder sowas geben. Jeder darf Leute einladen die er kennt - je mehr desto besser. Nur Gucken zählt aber nicht....

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